Eine neue Schnappsidee von den Linken rund um den VCS wurde heute als Intitiative eingereicht. Die Hälfte der zweckgebundenen Treibstoffabgaben (Mineralölsteuer) sollen für den öffentlichen Verkehr eingesetzt werden und zudem soll die ÖV-Förderung auch noch in die Verfassung geschrieben werden.
Wenn man solche Nachrichten liest, kommt einem erst mal die Galle hoch. Dann sieht man, dass jetzt schon fast 50 % der Mineralölsteuer nicht in den Privatverkehr fliesst. Und dann möchte man ob solcher Initiativen einfach am liebsten sagen: Ihr kriegt schon viel; ihr seid nicht zufrieden mit dem was ihr kriegt? Dann sollt ihr jetzt gar nichts mehr kriegen. Abgaben der Autofahrer sollten NUR für Autofahrer eingesetzt werden. Macht doch die Billete so teuer wie die ineffizienten ÖV-Strukturen es halt erfordern, damit kostendeckend geleistet werden kann.
Auf den zweiten Blick, wenn man die Zornesröte nicht mehr im Gesicht hat, muss man es dann etwas relativieren. Wer will denn schon die ganzen links-grünen Pseudo-Öko-Fritzen mit ihren umweltverpestenden Deux-Chevaux schon schleichend auf der Strasse vor sich haben
Eine zweckmässige Bahninfrastruktur braucht es. Man muss nur nicht jeden Nostalgie-Zug oder 50-Plätzer-Bus ins hinterletzte Dorf finanzieren wollen, wo dann im Durchschnitt 2 Leute drin sitzen – dafür kann man Taxis chartern. Besser baut man Hauptverkehrsachsen aus und baut mit dem Geld der Autofahrer grosse Gratisparkhäuser an den Bahnhöfen, damit diese dort sinnvoll parkieren und auf den ÖV umsteigen können. So kann man Bahn und Strasse gleichmässiger auslasten und im Endeffekt mehr Leute von A nach B befördern.
Aber mit einer so einseitigen und ideologisch getriebenen Initiative wird es sicherlich nicht gehen!


15. Mai 2009 um 18:53 |
Da bin ich mal mit dir mehr oder weniger einig.
Der kombinierte Verkehr wird viel zu wenig benutzt (in der Stadt Zürich weniger als 1% der Pendler), obwohl er in jeglicher Hinsicht am sinnvollsten wäre.
Es müssen ja nicht gerade Gratisparkplätze sein. Billiger als im Stadtzentrum reicht. Dafür ist das Billet für Hin- und Rückfahrt mit dem öV in der Parkgebühr bereits enthalten.
Da werden Milliarden investiert um Engpässe zu beseitigen, dabei werden sie nur an andere Orte verschoben, wo man wieder vor dem gleichen Problem steht.
Vor lauter Föderalismus (dh es allen recht machen zu wollen) verliert man den Blick für das Ganze.