Ein Glas ist ok…

26. Februar 2009

Wie war doch die Werbekampagne der Unfallverhütung? Da sieht man ein Glas Bier und den Spruch 0,5 Promille, Ein Glas ist ok.

1 Glas ist ok

1 Glas ist ok

Wenn dem so ist, dann kann ich die aktuelle Aufregung um anscheinend 20 % abweichende Alkoholmessgeräte der Polizei nicht verstehen.

Bei einem Grenzwert von 0,5 Promille sind nämlich 20 % genau 0,1 Promille.

Das würde dann ungefähr einem kräftigen Schluck Bier entsprechen. Und es will mir doch hier niemand sagen, dass dieser eine Schluck Bier über die Fahrfähigkeit entscheiden kann (ich höre schon den entsetzten Aufschrei, den diese Aussage auslösen wird…).

Aber, mir ist die Rechtssicherheit halt mehr Wert. Solche Atemluft-Testgeräte können ungenau sein, und es kann nicht angehen, dass jemand, der innerhalb des Grenzwertes liegt, also unter 0,5 Promille hat, irrtümlich bestraft würde. Und flächendeckende Bluttests sind halt auch nicht effizient oder ökonomisch.

Aber auch mit 20 % Toleranz werden die richtig alkoholisierten Fahrer ausgesiebt, und darum geht es doch. Die Leute, die zwischen 0,4 – 0,6 Promille sind, also im Bereich von einigen wenigen Schlücken Bier mehr oder weniger, dass sind nicht die schlimmen Fälle.


Drängler in der Stadt

24. Februar 2009

Heute morgen in der Stadt. Ein VW Tourag-Fahrer hält auf dem Busstreifen (!) an und lässt jemanden aussteigen. Ich fahre in dichtem Kolonnenverkehr auf der Strasse daneben, nur gerade mit Mindestabstand. Da fährt der Touareg los und drückt in den Platz vor mir, wo eigentlich kein Platz ist…

Liebe Offroader-Fahrer, mit solchem Verhalten schafft ihr euch keine Freunde. Nur weil ihr ein grosses Auto habt und eventuell (noch) ein dickes Porte-monnaie, habt ihr nicht überall Vortritt.

Ihr würdet gut daran tun, euch an die Verkehrsregeln zu halten, sonst werdet ihr noch Probleme haben, die Offroader-Initiative zu gewinnen. Ich bin ja eigentlich auch gegen ein Offroader-Verbot, aber wenn euer Verhalten auf der Strasse weiter so überheblich ist, dann wer weiss…


Die Strasse schafft Arbeit II

18. Februar 2009

Derzeit kämpfen einige Automobilunternehmen ums Überleben. In Amerika sind vor allem General Motors (GM) und Chrysler betroffen. In Europa damit unter anderem Opel und Scania, aber auch andere Automobilunternehmen könnten in Zukunft in Schwierigkeiten geraten.

Wie schon in meinem letzten Beitrag erwähnt, hängen einige Arbeitsplätze an der Automobilindustrie und deren Zulieferbetrieben.

Einigen Mitbürgern scheint dies komplett egal zu sein bzw. bemerken sogar zynisch, dass die Arbeiter ja dann im ÖV beschäftigt werden könnten. Oder man hat heimlich noch schadenfreude, wie im Banksektor geschehen…

Wir werden ja sehen. Staatshilfe wird wohl die Automobilhersteller nicht retten. Auch wird es eine Illusion sein, dass alle Leute plötzlich den ÖV benutzen und damit dort viel mehr Leute beschäftigt werden müssen. Und noch weniger werden in einer Zeit, wo alle sparen und die alte Karre noch ein wenig länger fahren die teuren, umweltschonenden Autos reissenden Absatz finden.

Es wird eine Durststrecke auf uns zukommen, auch in der Automobilindustrie. Im Gegensatz zu einigen Zynikern kann ich dem aber nichts positives oder gar lustiges abgewinnen.


Die Strasse schafft Arbeit.

16. Februar 2009

Der Strassenverkehr schafft Arbeitsplätze, und das nicht zuwenig. Dazu kann das neue Vademecum 2009 des Verbands Strasse Schweiz konsultiert werden.

Im Jahr 2007 wurden in der Schweiz fast 100 Milliarden Franken in der Automobilbranche umgesetzt. Das wurde durch fast 22′000 Betriebe mit über 250′000 Mitarbeitenden geschafft.

Wer also hier immer wieder den Strassenverkehr am liebsten abschaffen möchte, der mache sich dann aber auch noch Gedanken, was mit der Viertelmillion zusätzlichen Arbeitslosen zu tun ist und erkläre diesen Leuten warum sie keinen Job mehr haben sollen…


Investiert wird in Radargeräte…

12. Februar 2009

Anstatt in den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur wird neuerdings wieder in die Radargeräte investiert. Dabei werden die Dinger immer raffinierter, so soll nun die Abschnittsgeschwindigkeit gemessen werden. Damit will man verhindern, dass Autofahrer kurz vor dem Radarkasten abbremsen und danach wieder Gas geben.

Eigentlich ist ja nichts dagegen einzuwenden, dass Temposünder bestraft werden. Es ist einfach zu hoffen, dass die Toleranzen nicht bei 3 km/h auf 120 km/h sind. Sonst kann man auch auf der Autobahn das Auge nicht mehr auf den Verkehr sondern nur noch auf den Tacho richten.

Weiter ist zu hoffen, dass da nicht wirklich Unsummen investiert werden. Die meisten Autofahrer sind nämlich schon  heute ehrlich und fahren im Rahmen des Erlaubten. Zugunsten dieser Autofahrer würde man wirklich das Geld besser in die Infrastruktur investieren.

Und zu guter Letzt ist zu hoffen, dass diese Installationen dort angebracht werden, wo es effektiv gefährlich ist, wenn man schnell unterwegs ist und wo man wirkliche Raser aus dem Verkehr ziehen kann. Nur so erreicht man nämlich das Ziel, dass die Strassen sicherer werden und die Autofahrer sich subjektiv korrekt behandelt fühlen. Wenn man mit dem System beginnt zu „tüpfli-schissere“, dann wird man schnell eine Lobby gegen sich aufbringen…


Immer mehr Velounfälle – Was zu tun ist.

11. Februar 2009

Meine Wahrnehmung täuscht mich halt doch nicht, auch wenn immer wieder Gegenteiliges behauptet wird. Mehrmals habe ich schon festgestellt (auch in diesem Blog), dass sich Velofahrer häufig um die Verkehrsregeln foutieren.

Da wird auf dem Trottoir gefahren, es wird bei rot über Kreuzungen gefahren, der Fussgängerstreifen wird als Radstreifen genutzt und die Velofahrer meinen dann erst noch, dass sie Vortritt hätten. Weiter werden Autos in Kolonnen rechts und links oder gar im Slalom überholt, es werden Sicherheitslinien überfahren, Radwege nicht benützt, Einbahnverkehr nicht beachtet und so weiter.

Nun hat man gemerkt, dass es immer mehr Velounfälle gibt. Endlich, möchte man fast sagen, hat man es gemerkt, dass hier etwas im Argen ist. Nun wie könnte man das Problem lösen? Hier einige Ansätze:

  • Velofahren ist nur noch mit Ausweis zu gestatten. Wer nicht schon einen Auto-, Motorrad- oder Motorfahrrad-Ausweis hat, muss, um ihn zu bekommen, eine theoretische Veloprüfung ablegen um sicherzustellen, dass auch Velofahrer die Verkehrsregeln kennen.
  • Fokus der Polizei auf Verkehrsregelsünder auf dem Velo.
  • Erhöhung der Bussen für Velovergehen auf das Niveau vom Auto, d.h. zum Beispiel, dass beim Überfahren eines Rotlichts eine Busse von Fr. 250.– fällig wird.
  • Anbringen eines Nummernschildes, wie beim Motorfahrrad, damit Fotos von Verkehrskameras (z.B. Blitzkästen bei roten Ampeln) und Zeugenaussagen auf den Halter schliessen lassen. Damit kann man auch die scheinbare Anonymität, hinter der sich viele Velosünder verstecken, aufheben.
  • Ausweisentzüge bei schweren Verkehrsdeliken (analog zum Auto).

Peinlich, peinlich… NEAT

9. Februar 2009

Wieder ein peinlicher Fehler der im Departement von Herrn Leuenberger angesiedelt werden muss. Die Zufahrtstunnel der NEAT sind zu klein, moderne EU-40-Tönner mit 4 Meter Eckhöhe können auf der Zufahrtsstrecke zum Gotthard NEAT Basistunnel etwa 30 Tunnel (total 20 km Länge) und 70 Brücken nicht passieren.

Ja, richtig gelesen. Wir bauen etwas für 30 Milliarden und man „vergisst“ abzuklären, ob man das überhaupt benutzen kann… Das ist fast so schlimm wie die Fehler, die die UBS gemacht haben. Der einzige Lichtblick ist, dass es „nur“ halb so teuer ist…

Aber die Lösung ist ja kein Problem. Noch ein bisschen mehr von unserem Steuergeld, unseren Renten oder unseren anderen Gebühren nehmen und die paar Tunnelchen ausbauen und Brücken neu bauen. Mit Geld kann man ja alles lösen, hauptsache es ist das Geld der anderen.


Darum gibt’s keine Südostumfahrung in Winterthur

6. Februar 2009

Jetzt mir auch klar, wieso so man gegen eine Südostumfahrung von Winterthur ist: Man will die Einnahmequelle durch Bussen, die in der Stadt verteilt werden, nicht verlieren.

Der Tagesanzeiger schreibts heute im Artikel so: Zehn Millionen Franken für Bussen nahm die Stadtpolizei Winterthur im Jahre 2007 ein. Zehn Jahre zuvor waren es noch 4,7 Millionen gewesen – eine Steigerung um 110 Prozent. Für das laufende Jahr sind 13,5 Millionen Franken an Bussen budgetiert – 35 Prozent mehr.

Tja, man nimmt dem Autofahrer die Möglichkeit, die Stadt zu umfahren und büsst ihn dann dafür an jeder Ecke, wenn er durch die Stadt fahren muss. Ein Mega-Konzept… eine richtige Geldmaschine, die jedoch die Lebensqualität der Anwohner und der Autofahrer nicht gerade erhöht.


…und die äussere Nordumfahrung auch!

5. Februar 2009

Vor kurzem hat mein Ruf nach einer südöstlichen Umfahrung Winterthurs einiges an Echo ausgelöst. Trotzdem muss ich sagen, dass ich auch für eine äussere Nordumfahrung bin.

Diese würde Würenlos via Regensdorf und Bülach mit Winterthur verbinden. Die Ost-West-Achse würde damit nicht mehr durch die Agglomeration Zürich und damit nicht mehr durch den Gubristtunnel führen, was Zürich sicher stark entlasten würde.


Winterthurs Südostumfahrung braucht es!

3. Februar 2009

Nach dem schönen und entspannenden Thema gestern (ja, liebe Neider, auch jemand der für die Rechte des Autofahrers kämpft, darf mal einen Tag ausspannen…) muss ich heute leider wieder ein etwas ernsthafteres Thema aufgreifen.

Wenn man sehen will, wie unser Bundesrat den Verkehrskollaps beschleunigt oder zumindest nichts dagegen tun, der soll doch einmal folgenden Artikel im Tagesanzeiger lesen.

Der Bundesrat im fernen Bern denkt, dass die Südostumfahrung von Winterthur nicht nötig sei. Der Stadtrat von Winterthur, der die Probleme aus der Nähe betrachten kann und durch die tägliche Involviertheit die Lösungen kennt, sieht das natürlich ganz anders.

Ja, der Stadtrat von Winterthur treibt neben der Forderung nach der Südostumfahrung auch die Suche nach Alternativlösungen voran. Er bietet also zu allerlei Hand. Nur der Verkehrsminister ist ideologisch verbohrt und sagt stur einfach „nein“. Da sieht man die Seriosität von Herrn Leuenberger – er will einfach nicht einsehen, dass die Bahn alleine die Schweiz nicht erschliessen kann.