Ich bin kürzlich wieder einmal via Gotthard Richtung Süden gefahren. Gemeldet war ein Stau von 4 km vor dem Nordportal. Daher entschloss ich mich, über den Pass zu fahren. Ist viel schöner und, wenn ich die Autobahn in Amsteg verlasse, habe ich kein Stau – dachte ich…
Nun, was passierte: Vor Erstfeld war eine Ampel auf rot und der Verkehr staute sich dort auch schon. So verbrachte ich fast 2 Stunden vor Erstfeld in einem Stau, der für mich unnötig war. Ich wollte ja gar nicht durch den Tunnel. Und dieser Stau wurde in den Verkehrsmeldungen nie gemeldet. Man liess die Leute einfach ins offene Messer laufen.
Aus welchen Gründen dieser künstliche Vor-Stau produziert wird, weiss ich nicht, aber eine Staumeldung wäre das Mindeste gewesen. Ich hätte die Autobahn schon in Flüelen verlassen können und ruhig über den Pass fahren können. Aber man kann Staus ja auch künstlich verlängern…
Wie auch immer, derzeit wird in den eidg. Räten die Alpentransitbörse diskutiert. Die Idee ist ja nicht schlecht aus Autofahrersicht. Je weniger Lastwagen auf der Strasse durch den Gotthard fahren, desto mehr Platz hat es für die Autos. Leider ist diese Alpentransitbörse aber sehr wahrscheinlich nur eine weitere surreale Mogelpackung. Erstens hat die Bahn bis zur NEAT-Eröffnung die Kapazitäten nicht und zweitens will mal damit nur Stimmung gegen die 2. Autobahnröhre am Gotthard machen.
Anstatt Alpentransitbörse, überall rote Ampeln und ähnliche bürokratische und ineffiziente Systeme würde man besser die Lastwagen obligatorisch auf die Bahn verladen (und zwar alle ausser den Lokalverkehr) und die Kapazitäten bei der Bahn dafür schaffen. Damit hätte es dann auch genug Platz für den übrigen Verkehrsfluss. Das wäre gerade und ehrliche Politik.
Verfasst von autofahrer 
